Migration und die britische Verfassungsidentität

Migration ist oft Anlass von grundsätzlichen Auseinandersetzungen um Identität und Fremdheit in europäischen Gesellschaften. In besonderer Weise galt dies für Großbritannien und die Debatten, die das 2016 vollzogene Referendum um den britischen Austritt aus der Europäischen Union (Brexit) begleiteten. Kollektive Identitätszuschreibungen können zwei verschiedene Richtungen haben: Entweder beziehen sie sich auf partikulare Grundlagen wie Traditionen und kulturelle Narrative, oder aber sie haben einen kosmopolitischen Gehalt und beruhen auf universellen Grund- und Menschenrechten. Beide Dimensionen der britischen Identität sind verknüpft mit der „ungeschriebenen“ Verfassung, die aus einer Vielzahl von Rechtsdokumenten und Konventionen besteht und ebenfalls zwischen partikularen und universellen Elementen changiert. Das Projekt untersucht daher, welche „Verfassungsidentitäten“ in den Brexit-Debatten seitens politischer und rechtlicher Akteure artikuliert wurden. Auf diese Weise soll herausgearbeitet werden, ob sich Migration auf den seit längerem zu beobachtenden Verfassungswandel in Großbritannien auswirkt und welche Richtung er einschlägt. Resultierend aus den Forschungsergebnissen soll ein Vergleich zwischen Großbritannien und weiteren ausgewählten Ländern Westeuropas gezogen werden.

Ansprechpartner

Dr. Christian Wöhst
Wissenschaftlicher Mitarbeiter

christian.woehst[at]tu-dresden.de
Tel: +49 351 463-37505

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