Teilhabe von Zugewanderten in ländlichen Räumen

Die Mehrheit der im Kontext der jüngsten Fluchtmigration nach Deutschland Zugewanderten lebt bislang in größeren Städten und Metropolen. Vor diesem Hintergrund können seit einiger Zeit verstärkt politische Versuche beobachtet werden, Migrantinnen und Migranten langfristig an ländliche Räume zu binden – wie etwa in einzelnen Bundesländern durch Wohnsitzregelungen. Ländliche Räume verfügen über bestimmte Potenziale, wie günstigen Wohnraum und Plätze in Kindergärten und Schulen, die Teilhabechancen ermöglichen können. Zugleich sind sie aber im besonderen Maße mit den Herausforderungen des demographischen Wandels konfrontiert und können nur selten auf frühere Erfahrungen mit Migration zurückgreifen. Einige kommunale Akteurinnen und Akteure betrachten den Zuzug von Zuwanderern daher auch als Chance, um benötigte Infrastrukturen aufrechtzuerhalten bzw. auszubauen und so die Zukunftsfähigkeit ruraler Gebiete zu sichern. Zum Integrationsgeschehen in nicht-städtischen Kontexten ist allerdings noch wenig bekannt.

Wie etwa finden Politik, Verwaltung, Verbände, zivilgesellschaftliche Akteure und Zugewanderte in integrations(-politisch) relevanten Bereichen vor Ort zueinander? Welche Interaktionsmuster und -dynamiken lassen sich erkennen? Wie werden politisch-/rechtlich-regulative Handlungsspielräume in verschiedenen Bereichen der Integrationsarbeit genutzt? Welche Faktoren fördern oder hemmen ein gelingendes Zusammenwirken?

Das Forschungsprojekt geht diesen Fragen nach und konzentriert sich dabei speziell auf die Integrationsbereiche Wohnen, politische Partizipation sowie Kultur und Sport. Anhand eigener empirischer Erhebungen in ausgewählten ländlichen Orten in vier Bundesländern in Ost- und Westdeutschland sollen praxisnahe Handlungsempfehlungen entwickelt werden, die zu einer verbesserten Kooperation von Politik, Verwaltung, Verbänden, Zivilgesellschaft und Zugewanderten beitragen können. Schlaglichtartig werden zudem die für Deutschland gewonnenen Erkenntnisse den Integrationspraktiken in ländlichen Räumen anderer Länder gegenübergestellt.

Ansprechpartnerinnen

Dr. Franziska Kunz
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

franziska.kunz[at]tu-dresden.de
Tel: +49 351 463-37339
ResearchGate

Ann-Christin Damm, MA
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

ann-christin.damm[at]​tu-dresden.de
Tel: +49 351 463-35802

Nona Renner, MA
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

nona.renner[at]tu-dresden.de
Tel: +49 351 463-37437

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