Flucht und Migration gab es schon immer. Sie sind nichts Neues. Doch ihre Dynamik und vor allem ihre Wahrnehmung haben sich stark gewandelt. Insbesondere in den vergangenen drei Jahren hat das Thema Migration in den Gesellschaften Europas zu neuen politischen Verwerfungen und Polarisierungen geführt. Offensichtlich sind Demokratien unter Druck geraten. Der Anstieg rechtspopulistischer Bewegungen und Parteien hat vielfach zu Befürchtungen geführt, die liberale und repräsentative Demokratie verliere an Vertrauen und Zustimmung in der Bevölkerung und sei in ihrem Kern gefährdet. Auch wird die ‚Flüchtlingskrise‘ mit einer Spaltung Europas in Verbindung gebracht.

Im vorliegenden Jahresbericht des Mercator Forum für Migration und Demokratie (MIDEM) wird deshalb der Frage nachgegangen, ob Migration den Populismus in Europa verursacht bzw. befördert hat. Hierzu hat MIDEM Analysen für ausgewählte Länder der Europäischen Union vorgenommen und anhand von vorliegenden und eigenen Studien den Zusammenhang zwischen Migration und Populismus aufzuklären versucht. Dass es sich hierbei um eine erste, vorläufige Bestandsaufnahme einer Diskussion handelt, die in Politik und Wissenschaft gleichermaßen intensiv geführt wird, versteht sich von selbst.

An diesem Bericht haben alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forschungszentrums MIDEM mitgewirkt. Die Expertise für die einzelnen Teile wurde von den Autorinnen und Autoren eingebracht. Ihnen allen und dem
Redaktionsteam gilt großer Dank. In kurzer Zeit eine solche Studie zustande
zu bringen, die Ausgang für weitere empirische und systematische Befassung
sein wird, ist ein für alle Beteiligten gleichermaßen aufregendes wie anstrengendes, von großem Engagement getragenes Unternehmen gewesen. Besonderer Dank gilt der Stiftung Mercator, die mit ihrer großzügigen und effizienten Förderung die Gründung des Forschungszentrums im Jahre 2017 ermöglicht hat. Den Geschäftsführern und dem Beirat der Stiftung ist für das Vertrauen, den Projektmanagern für die stets angenehme Kooperation sowie der TU Dresden und der Universität Duisburg-Essen für die Unterstützung herzlich zu danken.

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