JAHRES­BERICHT
VERANSTAL­TUNGEN
PROFIL
FORSCHUNGS­GRUPPEN
PERSONEN

Aktuelles


MIDEM Länderbericht
Tschechien

Kristina Chmelar
21.07.2020

Die tschechische Bevölkerung zählt zu den migrationskritischsten in ganz Europa. Fast alle politischen Gruppierungen des Landes bemühen immer wieder migrationsskeptische, bisweilen auch migrationsfeindliche Argumente. Auf europäischer Ebene kooperiert Tschechien dabei im Rahmen der Visegrád-Gruppe eng mit Polen, Ungarn und der Slowakei. Von den kulturliberalen und eher migrationsfreundlichen Positionen der EU und Deutschlands grenzen sich die Ostmitteleuropäer vehement ab. Dem gegenüber steht nur ein kleiner Teil der Bevölkerung, der aufnahmebereit gegenüber Flüchtlingen ist und kulturelle Vielfalt wertschätzt. Konsequenzen hat diese Konstellation in innenpolitischer wie in außenpolitischer Hinsicht. Der Länderbericht Tschechien gibt einen Überblick über die unterschiedlichen Facetten des tschechischen Migrationsdiskurses und versucht so die Anti-Migrationshaltung zu erklären.


MIDEM Policy Brief
Die Präsidentschaftswahl in Polen 2020

Marta Kozłowska
26.06.2020

Am 28.06.2020 wählt Polen einen neuen Präsidenten. Diese Wahl sollte eigentlich bereits am 10. Mai stattfinden, doch die Covid-19-Pandemie machte diese Pläne zunichte. Dennoch hielt die PiS-geführte Regierung am ursprünglichen Wahltermin fest und stürzte Polen damit in ein verfassungsrechtliches Chaos. Inwiefern die Entwicklungen der letzten Monate dem amtierenden Präsidenten Andrzej Duda am Ende seine Präsidentschaft kostet, ist noch nicht abzusehen. Eine detaillierte Aufarbeitung der Geschehnisse vor der Wahl finden Sie hier.


Stiftung Mercator fördert MIDEM weitere vier Jahre

Mit 4,5 Millionen Euro fördert die Stiftung Mercator das Mercator Forum Migration und Demokratie (MIDEM) an der TU Dresden für weitere vier Jahre.  Unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Vorländer untersucht MIDEM seit 2017 die politischen und sozialen Wirkungen von weltweiten Migrationsbewegungen auf Demokratie, Institutionen und Kulturen in europäischen Gesellschaften. MIDEM hat seine Forschungsergebnisse seitdem durch zahlreiche Publikationen, Veranstaltungen und in Beratungsgesprächen der Fachwelt und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

„Das Mercator Forum Migration und Demokratie hat seit seiner Gründung grundlegende Forschungsarbeit geleistet und wichtige Impulse und Handlungsempfehlungen für die Praxis geben können“, sagt MIDEM-Direktor Hans Vorländer. „Wir freuen uns, dass wir dank der großzügigen Unterstützung der Stiftung Mercator unsere Arbeit weiterführen können.“

 „Wir setzen uns für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland und ein handlungsfähiges Europa ein. Für beides war die Auseinandersetzung um den richtigen Umgang mit Flucht und Migration in den letzten Jahren ein Prüfstein,“ so Dr. Wolfgang Rohe, Geschäftsführer der Stiftung Mercator. „MIDEM trägt dazu bei, Ursachen für Spaltungen und Konflikte in Deutschland und Europa besser zu verstehen. Es macht seine Forschung auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich und erarbeitet wichtige Ansatzpunkte für Politik und Praxis.“

MIDEM ist Teil eines internationalen Forschungsnetzwerks und beschäftigt rund 30 Personen, darunter viele junge Forscherinnen und Forscher aus zahlreichen europäischen Ländern. „MIDEM ist ein wesentlicher Baustein der Geistes- und Sozialwissenschaften der TU Dresden und trägt entscheidend dazu bei, den Potenzialbereich Gesellschaftlicher Wandel strategisch weiter auszubauen“, betont Prof. Dr. Hans Müller-Steinhagen, Rektor der TU Dresden.

Bisher analysierte MIDEM die Auswirkungen von Migration auf demokratische Diskurse, Akteure und Kulturen und erstellte eine europäische Landkarte politischer und soziokultureller Konflikte. Künftig soll der Fokus stärker auf die demokratische Verarbeitung von Migration, auf institutionelle Steuerungs- und Interaktionsprozesse und auf die Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure gelegt werden.

Nachdem sich seit 2017 die Forschung vor allem auf die Ankunft von Flüchtlingen in Europa und die damit einhergehenden Konflikte in Europa konzentrierte, will MIDEM in den nächsten Jahren den Fokus stärker auf die demokratischen Entscheidungsprozesse und die Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure in den Regionen richten. Dabei werden auch die innereuropäischen Prozesse der Ab- und Zuwanderung, zum Beispiel der Arbeitsmigration von Ost- nach Westeuropa und auch die der Entvölkerung ländlicher Gebiete zugunsten urbaner Zentren stärker in den Blick genommen.


Aktuelle Medienbeiträge

02.08.2020, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Linksliberal
mit einem Statement von Hans Vorländer

18.07.2020, Radio Eins rbb
Kritik am "Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt"
Interview mit Hans Vorländer

15.07.2020, Nordkurier (auch erschienen u. a. in Freie Presse, Saarbrücker Zeitung, Nassauische Neue Presse, Neues Deutschland)
Protestspalier an der B96
mit Statements von Hans Vorländer

13.07.2020, faz.net
Zusammenhalt auf Bestellung
mit einem Statement von Hans Vorländer

09.07.2020, ARD
Tagesthemen
mit einem Statement von Hans Vorländer

07.07.2020, Sächsische Zeitung
Liegt Polens Stimmungswandel an Corona?
von Marta Kozłowska und Maik Herold

Weitere Medienbeiträge finden Sie hier.


Mercator Forum Migration und Demokratie

In den letzten Jahrzehnten hat sich die demographische Zusammensetzung der europäischen Gesellschaften durch Zuwanderung deutlich gewandelt. Die Zahl der Einwanderer ist in Europa spürbar gewachsen, und insbesondere in den vergangenen drei Jahren hat das Thema Migration in den Gesellschaften Europas zu neuen politischen Polarisierungen geführt. Die politischen und sozialen Herausforderungen dieser Entwicklung sind noch nicht absehbar. Notwendig sind Untersuchungen, die den Zusammenhang zwischen Migration und Demokratie erforschen.

Das Mercator Forum für Migration und Demokratie (MIDEM) fragt danach, wie Migration demokratische Politiken, Institutionen und Kulturen prägt und zugleich von ihnen geprägt wird. Untersucht werden Formen, Instrumente und Prozesse politischer Verarbeitung von Migration in demokratischen Gesellschaften – in einzelnen Ländern und im vergleichenden Blick auf Europa.

MIDEM ist ein Forschungszentrum der Technischen Universität Dresden in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen, gefördert durch die Stiftung Mercator. Es wird von Prof. Dr. Hans Vorländer, TU Dresden, geleitet.

Sie möchten regelmäßig über die Aktivitäten von MIDEM informiert werden? Hinterlassen Sie uns hier eine kurze Nachricht.