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Aktuelles

15.02.2021

Vom 09.-10. März 2021 findet die Frühjahrstagung der Sektion „Politische Theorie und Ideengeschichte“ zum Thema „Migration – Herausforderungen im Spannungsfeld von Theorie und Praxis“ statt. Die Tagung wird digital via Zoom durchgeführt und steht allen Interessierten offen, richtet sich jedoch besonders an Politiktheoretikerinnen und Politiktheoretiker.

Im Zuge der ‚Flüchtlingskrise‘ haben sich Politiktheoretikerinnen und Politiktheoretiker vermehrt Fragen der Migrationspolitik zugewandt und dabei sowohl Ursachen als auch Auswirkungen der Migration kritisch beleuchtet. Ziel dieser Tagung ist es, eine Zwischenbilanz zu ziehen und ein Forum für eine Diskussion von Fragen zu bieten, die an der Schnittstelle zwischen normativer Reflexion und empirischer Analyse liegen. Einer der Höhepunkte der Tagung wird das Gespräch zum Thema deutsche und europäische Migrationspolitik mit Bundesminister a.D. Dr. Thomas de Maizière.

Zur Veranstaltungsseite und dem Programm gelangen Sie hier.


Fachkommission Integrationsfähigkeit übergibt Bericht an Bundesregierung

20.01.2021

Am 20. Januar 2021 übergab die Fachkommission Integrationsfähigkeit, der auch der Direktor von MIDEM, Herr Professor Hans Vorländer angehört, ihren Bericht an die Bundesregierung. Die Ergebnisse von zwei Jahren intensiver Beratungen wurden im Zuge einer Pressekonferenz und im Anschluss im Rahmen einer Fachveranstaltung der Fachkommission der Öffentlichkeit vorgestellt.

Auf der Website finden Sie neben Informationen zur Fachkommission und weiteren Mitgliedern auch Informationen zum Bericht, Kurzfilme und Dokumente zum Download, u.a. den Bericht, die Kernbotschaften (in verschiedenen Sprachen) sowie die von der Fachkommission beauftragten Expertisen.


EMIGRATION IN EUROPA - Ergebnisse des MIDEM Jahresberichtes 2020

08.12.2020


08.12.2020

Pressemitteilung zum 3. MIDEM-Jahresbericht

Abwanderung innerhalb Deutschlands stärkt die AfD – Vom Wegzug ins Ausland können Rechtspopulisten in ganz Europa hingegen kaum profitieren

Neue MIDEM-Studie untersucht Auswirkungen von Ab- und Auswanderung auf Wahlerfolge rechtspopulistischer Parteien in Europa

Je stärker eine Region in Deutschland in den vergangenen drei Jahrzehnten von Abwanderung betroffen war, umso besser schneidet dort heute die AfD bei Wahlen ab. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie des Mercator Forum Migration und Demokratie (MIDEM), die heute in Dresden veröffentlicht wird. Der Zusammenhang zwischen Abwanderung und AfD-Wahlergebnissen besteht unabhängig von anderen soziodemographischen und sozioökonomischen Faktoren wie Bevölkerungsdichte, Bruttoinlandsprodukt pro Kopf oder Arbeitslosenquote und ist in Westdeutschland sogar noch etwas stärker ausgeprägt als in Ostdeutschland. Für Ostdeutschland ist die zeitliche Dimension bemerkenswert: die erste Abwanderungswelle unmittelbar nach der Wiedervereinigung fällt deutlich weniger ins Gewicht als die Wegzüge nach der Jahrtausendwende.

„Dieses Ergebnis legt nahe, dass die Stärke der AfD auch mit den Verlustgefühlen der Zurückgebliebenen zu tun hat, die vor Ort die Folgen einer Ausdünnung der sozialen Infrastruktur spüren. Die damit verbundene Frustration kann sich die AfD zunutze machen“, bewertet MIDEM-Direktor Prof. Dr. Hans Vorländer diesen Befund.

Die diesjährige MIDEM-Studie zeigt aber auch: Nicht jede Form der Abwanderung wirkt in gleicher Weise. Von hohen Wegzugsraten ins Ausland etwa können rechtspopulistische Parteien in Europa kaum profitieren. Im Gegenteil: Dort, wo viele Menschen auswandern, schneiden Rechtspopulisten tendenziell schlechter ab. Offensichtlich wirkt sich der Wegzug ins Ausland anders auf das Wahlverhalten der Einheimischen aus als Umzüge innerhalb des Landes bzw. Abwanderung aus ländlichen Regionen in die Städte. Denkbar ist, dass die Erfahrung von innereuropäischer Mobilität ein wichtiger Faktor für den Abbau nationalistischer Vorurteile ist. Allerdings ist hier der Kontext entscheidend: In wirtschaftlich schwachen Regionen können hohe Auswanderungsraten rechten Parteien nämlich durchaus zu Stimmengewinnen verhelfen.

Die Forscherinnen und Forscher des Mercator Forum Migration und Demokratie (MIDEM) haben zudem untersucht, wie das Thema Emigration im politischen und medialen Diskurs jener EU-Länder behandelt wird, die von Auswanderung betroffen sind. Auffallend ist, dass Emigration selten gezielt politisiert wird.  

„Dass die europäische Binnenmigration bislang nicht als Treiber der Polarisierung dient, ist zu begrüßen. Innereuropäische Freizügigkeit und die durch sie ermöglichten Formen des Austauschs und der Begegnung gehören wesentlich zum europäischen Zusammenhalt, für den wir uns als Stiftung einsetzen. Daran zu erinnern ist gerade in Zeiten pandemiebedingt eingeschränkter Bewegungsfreiheit wichtig“, sagt Dr. Wolfgang Rohe, Geschäftsführer der Stiftung Mercator.

In mittel-, ost- und südeuropäischen Ländern greifen Parteien das Thema Auswanderung eher selten auf. Anders als das Thema Einwanderung polarisiert Auswanderung die europäischen Parteienlandschaften kaum. Wenn sie es aufgreifen, wird Auswanderung über Parteigrenzen hinweg meist als soziales und ökonomisches Problem dargestellt. Linke Parteien prangern dabei insbesondere die hohe Arbeitslosigkeit und prekäre Arbeitsverhältnisse an, die junge Menschen zur Emigration bewegen. Rechte Parteien sehen die Ursachen der Auswanderung nicht nur in der Verschlechterung der wirtschaftlichen Grundlagen, sondern auch in der Veränderung politisch-kultureller Orientierungen in ihren Gesellschaften.

Die Pressemitteilung kann hier heruntergeladen werden.


07.12.2020


09.09.2020

Populismus – Alles nur Parolen?

Vortragsreihe mit Prof. Dr. Hans Vorländer und den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von MIDEM

Populismus ist populär. Vertreterinnen und Vertreter von Parteien bezeichnen sich gegenseitig gern als Populisten. Sie unterstellen einander manipulative Absichten und vereinfachte Fakten als vermeintliche Wahrheiten zu verbreiten. Auch der beliebte Stammtisch hat sich inzwischen in der öffentlichen Wahrnehmung vom gemütlichen Abend zur populistischen Keimzelle entwickelt. Welche Formen des Populismus es gibt, wie sie entstehen und welche Rolle dabei auch die Migration spielt, untersucht das Team des Mercator Forums Migration und Demokratie (MIDEM) um Prof. Dr. Hans Vorländer.

Im Rahmen der durch die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung initierten und in Kooperation mit dem Sächsischen Volkshochschulverband  realisierten Veranstaltungsreihe 'Kontrovers vor Ort', beleuchten die Referentinnen und Referenten an je verschiedenen Veranstaltungstagen und -orten zahlreiche Fragestellungen im Hinblick auf die Gefahren des Populismus für die Demokratie, seine Abgrenzung zum Extremismus und die aktuellen Entwicklungen in Europa unter besonderer Berücksichtigung der West-Ost-Unterschiede. Exemplarisch wird darüber hinaus auch der Aufstieg populistischer Parteien analysiert, um abschließend gemeinsam mit dem Publikum mögliche Gegenstrategien zu entwerfen. Weitere Informationen zu Vortragsterminen und –orten finden Sie hier.


08.09.2020

MIDEM führt Studie zu Migration und Integration im schulischen Kontext durch

In den kommenden acht Monaten wird das Mercator Forum Migration und Demokratie (MIDEM) an der TU Dresden eine Studie zur Bedeutung und Rolle von Migration und Integration in den Lehrplänen erstellen. Auftraggeber ist die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz. Lehrpläne der Jahrgangsstufen 7 bis 10 in den Bundesländern Bayern, Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen werden analysiert und Interviews mit Lehrkräften und Mitarbeitenden in Kultusministerien sowie mit Experten und Expertinnen aus der Lehrkräftefortbildung geführt.

Die Studie zu Migration und Integration soll neben den Forschungsergebnissen auch Handlungsempfehlungen zur Um- beziehungsweise Neugestaltung von Lehrplänen geben. Prof. Dr. Hans Vorländer, Direktor von MIDEM, betont: „Lehrpläne stellen eine zentrale inhaltliche Vorgabe für das bereit, was in den Klassenräumen gelehrt und gelernt werden soll. Es ist wichtig, hier genau hinzusehen, denn was in der Schule gelehrt wird, wird von den Kindern als gültige Realität erachtet. Für das Gelingen von Integration sind die Lehrinhalte an Schulen extrem wichtig.“

Integrationsministerin Anette Widmann-Mauz: „Heute hat jede und jeder Vierte in Deutschland eine familiäre Einwanderungsgeschichte. Vielfalt ist längst Normalität, in den Klassenzimmern, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft. Sie hat unser Land wesentlich geprägt und ist ein Zukunftsfaktor für unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft. Diese gesellschaftliche Realität und Wertschätzung muss sich auch im Unterricht an den Schulen widerspiegeln. Ich freue mich, dass wir das Mercator Forum für Migration und Demokratie mit seiner Expertise dafür gewinnen konnten, die Darstellung von Vielfalt, Migration und Integration in Lehrplänen zu untersuchen, entsprechende Empfehlungen zu erarbeiten und damit einen wichtigen Beitrag für die politische Bildung zu leisten.“


06.09.2020

Ziel: "Entlegitimierung von Demokraten"

MIDEM-Direktor Hans Vorländer im ZDF-Interview zu den Corona-Demonstrationen für Berlin direkt.

Das Interview in voller Länge finden sie hier. 

Zum entsprechenden Beitrag zur Sendung gelangen sie hier


16.06.2020

Stiftung Mercator fördert MIDEM weitere vier Jahre

Mit 4,5 Millionen Euro fördert die Stiftung Mercator das Mercator Forum Migration und Demokratie (MIDEM) an der TU Dresden für weitere vier Jahre.  Unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Vorländer untersucht MIDEM seit 2017 die politischen und sozialen Wirkungen von weltweiten Migrationsbewegungen auf Demokratie, Institutionen und Kulturen in europäischen Gesellschaften. MIDEM hat seine Forschungsergebnisse seitdem durch zahlreiche Publikationen, Veranstaltungen und in Beratungsgesprächen der Fachwelt und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

„Das Mercator Forum Migration und Demokratie hat seit seiner Gründung grundlegende Forschungsarbeit geleistet und wichtige Impulse und Handlungsempfehlungen für die Praxis geben können“, sagt MIDEM-Direktor Hans Vorländer. „Wir freuen uns, dass wir dank der großzügigen Unterstützung der Stiftung Mercator unsere Arbeit weiterführen können.“

 „Wir setzen uns für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland und ein handlungsfähiges Europa ein. Für beides war die Auseinandersetzung um den richtigen Umgang mit Flucht und Migration in den letzten Jahren ein Prüfstein,“ so Dr. Wolfgang Rohe, Geschäftsführer der Stiftung Mercator. „MIDEM trägt dazu bei, Ursachen für Spaltungen und Konflikte in Deutschland und Europa besser zu verstehen. Es macht seine Forschung auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich und erarbeitet wichtige Ansatzpunkte für Politik und Praxis.“

MIDEM ist Teil eines internationalen Forschungsnetzwerks und beschäftigt rund 30 Personen, darunter viele junge Forscherinnen und Forscher aus zahlreichen europäischen Ländern. „MIDEM ist ein wesentlicher Baustein der Geistes- und Sozialwissenschaften der TU Dresden und trägt entscheidend dazu bei, den Potenzialbereich Gesellschaftlicher Wandel strategisch weiter auszubauen“, betont Prof. Dr. Hans Müller-Steinhagen, Rektor der TU Dresden.

Bisher analysierte MIDEM die Auswirkungen von Migration auf demokratische Diskurse, Akteure und Kulturen und erstellte eine europäische Landkarte politischer und soziokultureller Konflikte. Künftig soll der Fokus stärker auf die demokratische Verarbeitung von Migration, auf institutionelle Steuerungs- und Interaktionsprozesse und auf die Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure gelegt werden.

Nachdem sich seit 2017 die Forschung vor allem auf die Ankunft von Flüchtlingen in Europa und die damit einhergehenden Konflikte in Europa konzentrierte, will MIDEM in den nächsten Jahren den Fokus stärker auf die demokratischen Entscheidungsprozesse und die Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure in den Regionen richten. Dabei werden auch die innereuropäischen Prozesse der Ab- und Zuwanderung, zum Beispiel der Arbeitsmigration von Ost- nach Westeuropa und auch die der Entvölkerung ländlicher Gebiete zugunsten urbaner Zentren stärker in den Blick genommen.


Aktuelle Medienbeiträge

30.01.2021, Deutschlandfunk
Coronatalk in Sachsen - Der Ministerpräsident sucht das Gespräch
mit Statements von Hans Vorländer

20.01.2021, La Sillavacia
El dilema ‘Biden’ para Duque: entre el nuevo tono de Washington y el del Centro Democrático
mit Statements von Hans Vorländer

19.01.2021, msn
Qui est Armin Laschet, le nouveau chef de la CDU et possible successeur de Merkel?
mit Statements von Hans Vorländer

21.12.2020, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Folgen des Aderlasses

08.12.2020, wdr
Merkels letzte Amtszeit: "Krisen überlagern alles"
Interview mit Hans Vorländer

08.12.2020, Zeit online
Studie: AfD erfolgreicher in Regionen mit mehr Abwanderung

Weitere Medienbeiträge finden Sie hier.


Mercator Forum Migration und Demokratie

In den letzten Jahrzehnten hat sich die demographische Zusammensetzung der europäischen Gesellschaften durch Zuwanderung deutlich gewandelt. Die Zahl der Einwanderer ist in Europa spürbar gewachsen, und insbesondere in den vergangenen drei Jahren hat das Thema Migration in den Gesellschaften Europas zu neuen politischen Polarisierungen geführt. Die politischen und sozialen Herausforderungen dieser Entwicklung sind noch nicht absehbar. Notwendig sind Untersuchungen, die den Zusammenhang zwischen Migration und Demokratie erforschen.

Das Mercator Forum für Migration und Demokratie (MIDEM) fragt danach, wie Migration demokratische Politiken, Institutionen und Kulturen prägt und zugleich von ihnen geprägt wird. Untersucht werden Formen, Instrumente und Prozesse politischer Verarbeitung von Migration in demokratischen Gesellschaften – in einzelnen Ländern und im vergleichenden Blick auf Europa.

MIDEM ist ein Forschungszentrum der Technischen Universität Dresden, gefördert durch die Stiftung Mercator. Es wird von Prof. Dr. Hans Vorländer, TU Dresden, geleitet.

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