Policy Paper

25. Juni 2026

Affektive Polarisierung und Verteilungsentscheidungen

Was passiert, wenn Menschen entscheiden müssen, wie sie Ressourcen verteilen? Die Forscher Felix Hormig und Cyrill Otteni haben dies in der Auswertung eines  verhaltensökonomischen Experiments mit über 33.000 Teilnehmern in acht europäischen Ländern im Rahmen des Dresdner Polarisierungsbarometers untersucht. Mittels eines „Diktatorspiels“ wurde gemessen, welche Summe fiktiven Geldes Probanden an Fremde vergeben, deren Profile sich in politischen und sozialen Merkmalen unterscheiden. Das Ergebnis ist eindeutig: Politische Überzeugungen – nicht Alter, Geschlecht oder Herkunft – sind der stärkste Treiber affektiver Polarisierung in Europa. Migration polarisiert dabei am stärksten, in Deutschland kommt Klimaschutz als zweiter großer Konfliktherd hinzu.

Besonders aufschlussreich: Affektive Polarisierung wird weniger durch Zuneigung zur eigenen Gruppe angetrieben als durch die Ablehnung Andersdenkender – mit potenziellen Folgen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die weit über die Wahlkabine hinausreichen.

Autoren

Felix Hormig, Cyrill Otteni

Weitere Beiträge aus dem Themengebiet

Zurück

Zurück

Zurück

Zurück