Policy Paper

19. Mai 2026

Stimmungswandel auf der Iberischen Halbinsel? Einstellungen zur Migration in Spanien und Portugal

Zwei Länder, eine ähnliche Vergangenheit und politische Entwicklung – und doch sehr unterschiedliche Verläufe. In ihrem neuen MIDEM Policy Paper untersucht Mariana S. Mendes, wie sich öffentliche Einstellungen zur Einwanderung in Spanien und Portugal seit 2010 entwickelt haben, wie stark sie ideologisch geprägt sind und wie eng sie mit dem Wahlverhalten verknüpft sind.

Das Ergebnis überrascht: Auf der Iberischen Halbinsel gibt es keinen einheitlichen Stimmungswandel. In Spanien bleiben die Einstellungen zur Migration trotz des Aufstiegs der rechtspopulistischen VOX bemerkenswert stabil und vergleichsweise offen – Hinweise auf zunehmende Polarisierung fehlen weitgehend. In Portugal hingegen hat sich die öffentliche Meinung seit 2023/24 deutlich verschärft, parallel zur wachsenden Präsenz der rechtspopulistischen Chega und als Bruch mit einem jahrzehntelangen Annäherungstrend.

Bemerkenswert ist dabei: Dieser Wandel lässt sich nicht durch wirtschaftliche Abstiegsängste erklären, da der ökonomische Beitrag von Migration weiterhin überwiegend positiv bewertet wird. Warum also divergieren zwei Länder mit so ähnlichen Ausgangsbedingungen? Die Studie zeigt: Politische Mobilisierung und öffentliche Meinung verlaufen nicht zwangsläufig im Gleichschritt.

Autorin

Mariana S. Mendes

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