Workshop

11. Juni 2026

Polarized Democracies: New Lines of Division in Europe

Internationale Forschende diskutieren neue Konfliktlinien in polarisierten Demokratien

Am 11. und 12. Juni 2026 veranstaltete das Forschungszentrum MIDEM an der Technischen Universität Dresden den internationalen Workshop Polarized Democracies: New Lines of Division in Europe. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, der Schweiz, Spanien, Rumänien und Italien diskutierten aktuelle Entwicklungen der politischen und gesellschaftlichen Polarisierung in Europa. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf Beiträgen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in frühen Karrierephasen, die Einblicke in laufende Forschungsprojekte gaben. Auch mehrere MIDEM-Forschende waren mit eigenen Vorträgen vertreten.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie sich Polarisierung in europäischen Demokratien verändert und welche neuen gesellschaftlichen Konfliktlinien entstehen. Die Vorträge reichten von methodischen Fragen der Messung von Polarisierung über affektive Polarisierung und politische Wahrnehmungsverzerrungen bis hin zu Migration, Medienberichterstattung und der Mobilisierung durch Parteien der radikalen Rechten.

Ein wiederkehrendes Thema war die Ausweitung von Polarisierung über klassische Parteigrenzen hinaus. Mehrere Beiträge zeigten, dass sich politische Gegensätze zunehmend an konkreten Themenfeldern wie Klimapolitik, Migration oder gesellschaftlichen Identitätsfragen festmachen. Zugleich wurden die emotionalen Dimensionen politischer Konflikte beleuchtet – etwa die Frage, wie politische Gegner wahrgenommen werden, wie Feindbilder entstehen und welche Folgen dies für demokratische Institutionen und gesellschaftlichen Zusammenhalt hat.

Die von MIDEM erhobenen Umfragedaten aus dem Polarisierungsbarometer kamen in mehreren Beiträgen als wichtige empirische Grundlage und Vergleichsgröße zum Einsatz. Sie dienten unter anderem dazu, Befunde zu affektiver Polarisierung, gesellschaftlichen Konfliktlinien und migrationspolitischen Einstellungen in einen breiteren europäischen Kontext einzuordnen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Migration und Flucht. Die Vorträge untersuchten unter anderem die Darstellung von Migration in den Medien, die Entwicklung migrationspolitischer Einstellungen, die Rolle radikal rechter Parteien sowie die öffentliche Wahrnehmung von Asyl- und Flüchtlingspolitik in verschiedenen europäischen Ländern. Dabei wurde deutlich, dass öffentliche Einstellungen häufig differenzierter und ambivalenter sind, als die oft zugespitzten politischen Debatten vermuten lassen.

MIDEM-Forschende präsentierten aktuelle Arbeiten zur affektiven Klimapolarisierung in Europa, zu Migration und der radikalen Rechten auf der Iberischen Halbinsel sowie zur medialen Darstellung ukrainischer Geflüchteter in Deutschland. Die Beiträge verdeutlichten zugleich die Bandbreite der gegenwärtigen MIDEM-Forschung zu Polarisierung, Migration und Demokratie.

 

MIDEM
Mercator Forum Migration und Demokratie
Würzburger Straße 46
01187 Dresden

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