Warum stehen Menschen in Europa der Zuwanderung ablehnend gegenüber? Das englischsprachige MIDEM Policy Paper von Lenka Dražanová zeigt: Die Gründe unterscheiden sich zwischen West- und Mittel-/Osteuropa deutlich.
Während migrationskritische Einstellungen in Westeuropa eng mit der politischen Links-Rechts-Positionierung zusammenhängen, ist dieser Zusammenhang in Mittel- und Osteuropa wesentlich schwächer oder uneinheitlicher. Über alle acht untersuchten Länder hinweg zeigt sich jedoch ein gemeinsamer Faktor: Wer sich gesellschaftlich ausgeschlossen, zu wenig anerkannt oder politisch vernachlässigt fühlt, vertritt häufiger restriktive Positionen zur Migration – unabhängig von der tatsächlichen sozioökonomischen Lage.
Die Ergebnisse zeigen, dass politische Einstellungen allein nicht ausreichen, um Vorbehalte gegenüber Migration zu erklären. Ebenso wichtig sind Erfahrungen gesellschaftlicher Ausgrenzung und politischer Vernachlässigung – und die jeweiligen nationalen Kontexte.