(De-)Polarisierung verstehen – Herausforderungen für Politik, Medien und Gesellschaft

Affektive Polarisierung prägt in zunehmendem Maße gesellschaftliche und politische Auseinandersetzungen und stellt liberale Demokratien vor erhebliche Herausforderungen. Gemeint ist damit die emotionale Aufladung politischer Konflikte: In ohnehin kontroversen Debatten – etwa zu Migration oder Klimapolitik – treten Gefühle der Zugehörigkeit zu Gleichgesinnten ebenso hervor wie Misstrauen, Ablehnung oder Feindseligkeit gegenüber Andersdenkenden.
Affektive Polarisierung ist dabei keineswegs per se demokratieschädlich. Sie verweist darauf, dass politische Fragen als bedeutsam erlebt werden – und ist insofern eine Grundbedingung von öffentlichem Streit und demokratischem Diskurs. Gleichwohl zeigen aktuelle Entwicklungen, dass etablierte deliberative Verfahren angesichts zunehmender emotionaler Zuspitzung an ihre Grenzen stoßen. Ein hohes Maß an affektiver Polarisierung kann ein verfestigtes „Wir-gegen-sie“-Denken hervorbringen, das Dialogbereitschaft, Kooperation und soziale Integration untergräbt – und unter bestimmten Bedingungen Intoleranz, Eskalation und politische Gewalt begünstigt.
Vor diesem Hintergrund widmet sich die Tagung „(De-)Polarisierung verstehen – Herausforderungen für Politik, Medien und Gesellschaft“ einer differenzierten Analyse gegenwärtiger Polarisierungsdynamiken in Deutschland.
Zwischen Ankommen und Bleiben: Perspektiven der Arbeitsmarktintegration ukrainischer Geflüchteter

Hunderttausende Ukrainerinnen und Ukrainer sind seit 2022 nach Deutschland geflohen – viele mit der Hoffnung auf Rückkehr, andere mit dem Wunsch zu bleiben. Doch was bestimmt ihre Entscheidung? Welche Rolle spielen Arbeit, Familie, Integration? Und wie gelingt der Schritt in den deutschen Arbeitsmarkt?
Im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften laden wir ein zu einem Gespräch mit Expert:innen, Praktiker:innen und Geflüchteten. Neben wissenschaftlichen Einblicken aus aktuellen Forschungsprojekten berichten Ukrainer und Ukrainerinnen selbst von ihren Erfahrungen und Herausforderungen.
Being a refugee woman: Intersectionality and labour market integration. Insights from the Ukrainian Case in Poland, Italy and Germany.

In her presentation, MIDEM Visiting Fellow Iuliia Lashchuk talks about how integrating into a new country can be challenging, especially in the case of forced migration. Not all those seeking refuge are allowed to work immediately upon arrival, and they have to wait months for their asylum request to be approved and access to the labour market to be granted. The Temporary Protection Directive (TPD), activated as a response to Russian aggression in Ukraine, is unique as it grants all its holders immediate access to a labour market. But does simplified access to a labour market mean successful integration, and does it eliminate gender inequalities? Iuliia Lashchuk examines the labour integration of women fleeing the war in Ukraine through an intersectional lens, highlighting the interconnectedness of vulnerabilities, needs and rights. The aim is to study better the advantages and drawbacks of TPD and its implementation in Poland, Italy, and Germany.
Threat perception as a shaper of pro- and anti-refugee sentiment in Central and Eastern Europe

We are pleased to welcome Lenka Dražanová to our MIDEM Digital Talk! In the upcoming lecture she will discuss the differences in Western Europeans‘ attitudes towards people displaced from Syria and Ukraine, revealing insights from her latest research.
Threat perception is typically viewed as a driver of public opposition to immigration. By analysing attitudes in Central European countries to the mass displacement that occurred from Ukraine following the full-scale Russian invasion in February 2022 her study shows that threat perception can also drive more positive attitudes toward migration flows. She highlights the importance of geo-political and historical dynamics for forming attitudes toward refugees in contemporary Europe. To develop this argument, she gathered original survey data in two waves in the years 2022 and 2023 in five CEE countries (Czechia, Hungary, Poland, Romania, and Slovakia) and three comparator Western European countries (Austria, Germany and Italy). She also embedded an experiment within the survey to analyse differences in attitudes to people displaced from Syria and those from Ukraine. She found respondents in all surveyed countries to be overwhelmingly positive towards accepting Ukrainian refugees with respondents in CEE countries being significantly more supportive of Ukrainian rather than Syrian refugees.
Immigration and Intergration Policy Trends in Western Democracies 1980-2019: Evolution or Transformation?

Gastredner im Rahmen des hybriden Jour Fixe war Samuel D. Schmid von der Universität Luzern. Er stellte die Ergebnisse seiner Forschung zu Trends in der Einwanderungs- und Integrationspolitik in westlichen Demokratien über die letzten vier Jahrzehnte vor.
Fluchtmigration, Menschenrechte und historische Verantwortung: Europas Weg in der Asylpolitik

Die Europäische Union hat im letzten Jahr die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) beschlossen, die bis 2026 umgesetzt werden soll. Ziel ist eine gerechtere Verteilung und Aufnahme von Geflüchteten. Gleichzeitig sind aber Verschärfungen des Asylsystems zu beobachten, die einzelne Mitgliedstaaten eingeleitet haben. Dazu gehören die Schließung von Grenzen, die Zurückweisung von Geflüchteten und die Auslagerung von Asylverfahren in Drittstaaten. Welchen Weg wird Europa nehmen? Und wie sind die Maßnahmen der GEAS-Reform zu beurteilen? Wie lassen sich Migrationssteuerung und die elementaren Prinzipien des Schutzes von Flüchtlingen und Menschenrechten vereinbaren? 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs soll die Veranstaltung Anlass geben, über historische Verantwortung und aktuelle Herausforderungen von Flucht und Flüchtlingsschutz nachzudenken.
Zusammen mit der Stiftung Frauenkirche Dresden und der Refugee Law Clinic Dresden laden wir Sie herzlich ein, diese Fragen zu diskutieren.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und einen regen Austausch.
MIDEM TALK Lange Nacht der Wissenschaften, 14.06.2024

Die Diskussion um die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten wird häufig emotional statt faktenbasiert geführt. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Informationen über Prozesse und Akteure selten umfassend, medial aufgearbeitet werden. Vor diesem Hintergrund lädt MIDEM und INTERACT4WORK des Vereins Willkommen in Löbtau im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften zu einem spannenden Austausch ein. Einleitend wird MIDEM-Mitarbeiter Felix Hormig allgemeine Mythen und Vorurteile zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten wissenschaftlich auf den Prüfstand stellen. Betrachtet werden dabei sowohl Chancen als auch Herausforderungen der Arbeitsmarktintegration in Deutschland. Und was sagt die Praxis? Wie werden Jobs an Geflüchtete vermittelt? In welchen Branchen werden Geflüchtete überwiegend beschäftigt? Und wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit öffentlichen Behörden? Antje Odermann von INTERACT4WORK und Cindy Großmann (Agentur für Arbeit Dresden) geben einen Einblick in die Praxis der Arbeitsmarktintegration in Dresden und Umgebung. Moderiert wird das Podiumsgespräch von Janine Joachim (MIDEM).
2 Jahre ukrainische Fluchtmigration – Herausforderungen, Erfolge und Perspektiven

Im Mittelpunkt des Digitaltalks stehen Probleme und Erfolge bei der Aufnahme und Integration ukrainischer Geflüchteter, insbesondere in den Bereichen Arbeit und Bildung. Mit Dr. Tetyana Panchenko, Nataliya Pryhornytska, Dr. Antje Thiersch und Sebastian Vogel blicken wir aus der Perspektive von Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft auf zwei Jahre ukrainische Fluchtmigration in Deutschland zurück.
MIDEM-Direktor Hans Vorländer bei den Bautzener Reden: Die gespaltene Gesellschaft – Mythos oder Realität?

Die Initiative „Bautzen gemeinsam“ lädt Sie zu den neuen „Bautzener Reden“ am Freitag, dem 1. Dezember 2023 um 19.00 Uhr in den Dom St. Petri in Bautzen ein. Zu Gast ist der Dresdener Politikwissenschaftler und MIDEM-Direktor Prof. Hans Vorländer. Er wird zum Thema „Gespaltene Gesellschaft – Mythos oder Realität“ sprechen.
Die gespaltene Gesellschaft: Realität oder Mythos?

Am 16. November 2023 zog die von MIDEM und dem Europäischen Zentrum der Künste HELLERAU organisierte Diskussionsrunde „Die gespaltene Gesellschaft: Realität oder Mythos?“ ein breites Publikum aus den Bereichen Gesellschaft, Politik und Wissenschaft in den Konferenzraum des IHD. Die Eröffnung des Abends erfolgte durch die begrüßenden Worte von Hans Vorländer, dem Leiter von MIDEM, und Carena Schlewitt, der künstlerischen Leiterin des Europäischen Zentrums der Künste HELLERAU. Anschließend richtete Ursula M. Staudinger, Rektorin der Technischen Universität Dresden, ihre Worte an die Anwesenden.